Website selbst erstellen: Möglichkeiten, Fallstricke und Alternativen

Wir schreiben diesen Beitrag zwar als Anbieter von Internetdienstleistungen, möchten aber nicht verschweigen, dass es durchaus gute Gründe geben kann, sich seine (Business-)Website selber zu erstellen. Allerdings, das gehört auch zur Wahrheit, sind augenscheinlich simple Lösungen doch nicht immer ganz so simpel wie man es sich als DIY-Webentwickler wünschen würde. Mehr noch: Mit einer Website allein ist es meist nicht getan. 

DIY-Website: die Möglichkeiten

Hosting-Vertrag abschließen, Domain registrieren, Datenbank anlegen, CMS-installieren, sich im Falle von WordPress für ein Framework, Theme und Pagebuilder (oder auch nicht) entscheiden, während des Designprozesses notwendige CSS-Anpassungen vornehmen und so weiter. Was für Profis zum täglichen Geschäft gehört und den üblichen Ablauf beim Aufbau einer WordPress Website darstellt, kann Anfänger schnell vor große Herausforderungen stellen. Und da haben wir noch nicht erwähnt, dass Design nicht alles ist. Vor allem wenn man gute Rankings in Google und Co erzielen will, sollte die inhaltliche und technische Struktur der Website einem roten Faden folgen. Ganz zu schweigen von möglicherweise notwendigen Individualprogrammierungen für Funktionen, die nicht als Plugin bereitstehen. 

Homepage-Baukasten als Lösung?

Die Lösung KANN ein Homepage-Baukasten von:

Und das meinen wir tatsächlich ernst! Denn für kleine Businesses, die wirklich nicht viel benötigen, eine kleine Nische bedienen und auch keinen großen Wettbewerb haben, ist ein Homepage-Baukasten eine preiswerte Lösung, mit der man sich um all die oben erwähnten Dinge nicht kümmern muss. Stattdessen schließt man einen Vertrag für einen monatlichen Betrag (meist bei jährlicher Zahlung) ab (kostenlos geht auch) und kann direkt loslegen. Hosting, Domain, CMS, Pagebuilder? Alles inklusive, alles intern. 

Alternativen zum Homepage-Baukasten

Nun haben die All-inclusive-Pakete von Anbietern wie Jimdo jedoch ein Problem: Die Einfachheit bezahlt man nicht selten mit relativ begrenzten Möglichkeiten, wenn es etwas diffiziler werden soll. Auch ein FTP-Zugang wird nicht angeboten, wodurch man Dateien und Datenbanken nicht problemlos zu einem neuen Anbieter übertragen kann. Sollte man also lieber den nächsten Schritt wagen und die eigene Website mit WordPress erstellen?

WordPress: meistgenutztes CMS der Welt

Die meisten, die sich bewusst gegen einen Homepage-Baukasten entscheiden, aber ihre Website dennoch selber erstellen möchten, setzen auf WordPress

Dabei handelt es sich um ein frei verfügbares CMS, das sich schnell mit Themes, Templates und Plugins erweitern lässt. Wer auch hier selber designen möchte, kann dies mit einem Pagebuilder tun. Beaverbuilder, Elementor und Divi funktionieren ähnlich wie ein Baukasten, bieten aber deutlich mehr Spielraum – so viel Spielraum, dass auch erfahrene Webdesigner damit arbeiten. 

Noch ein Vorteil: Viele Hosting-Anbieter haben sogenannte WordPress-Tarife im Angebot. Um das Anlegen der Datenbank oder die Installation von WordPress auf dem Webserver muss man sich damit nicht selbst kümmern. Der Anbieter leitet einen durch den gesamten Prozess – ein Klick genügt. Auch hier gilt: Um den Rest muss man sich freilich selbst bemühen.

TYPO3 und andere Content-Management-Systeme

WordPress ist nicht das einzige, frei verfügbare CMS. Auch mit Joomla! und Typo3 lassen sich Webinhalte managen. Prinzipiell lassen sich Content-Management-Systeme auch individuell programmieren und damit exakt an die jeweiligen Anforderungen anpassen. Spätestens hier es dann aber mit dem klassischen “Do it yourself” vorbei. 

Möchte man sich noch nicht festlegen, kann es Sinn machen, erst einmal nur den blanken Webspace bei einem Hoster wie Webgo oder All-Inkl.com zu buchen und eine Domain zu registrieren. Das geht auch direkt beim Hoster oder extern bei Anbietern wie United Domains

Wir empfehlen folgenden Ablauf:

  1. Hosting-Vertrag abschließen
  2. Domain registrieren
  3. Vor- und Nachteile der verschiedenen CMS vergleichen
  4. CMS installieren

Wichtig: Wenn die Website nicht mit PHP, sondern einer anderen Programmiersprache programmiert wurde, benötigt man einen Virtual Private Server (VPS), um die notwendigen Programme zu installieren

Wann eine DIY Website keinen Sinn macht

Dass extrem große Webprojekte kaum in Eigenregie umsetzbar sind, brauchen wir nicht zu erwähnen. Doch auch für lokale Firmen und Vereine wie Restaurants, Hotels, Clubs, Bars, Friseure, Anwälte, die “nur eine kleine günstige Website” brauchen, die man selber pflegen kann, ist das “Selbermachen” nicht immer der richtige Weg. 

Denn mit einem CMS, einem Pagebuilder oder Baukasten, ein paar hübschen Bildern und etwas Text zu Preisen und Öffnungszeiten ist es meist nicht getan.

Webseiten: mehr als Technik und Design

Vielmehr muss zunächst einmal das Branding in Form von Farbgebung, Logodesign und Domain stimmen. Dann braucht die Website ein inhaltliches Konzept, damit man in puncto SEO von vornherein gut aufgestellt ist. 

Die Konkurrenz und das damit verbundene eigene Potential sollte man vorab bereits ausführlich auf Alleinstellungsmerkmale gecheckt haben. Hinzu kommt, dass Webseiten häufig dauerhaft optimiert werden müssen, um die Schlagzahl bei den Anfragen oder Buchungen zu erhöhen. Grundlegende Datenschutzanforderungen im Rahmen der DSGVO wie ein Cookie-Banner sind ebenfalls zu beachten.

Im Prozess tauchen nicht selten folgende Fragen auf:

  • Wie benutze ich Google Analytics, um Webseitenbesucher zu identifizieren und welche Alternativen gibt es? 
  • Wie reiche ich die Homepage in der Google Search Console ein? 
  • Wie sieht ein rechtssicheres Impressum aus und was muss alles in der Datenschutzerklärung stehen? 
  • Was bedeutet eigentlich Opt-in und wie erstellt man ein Cookie-Banner?
  • Meine Website ist nicht sicher, was kann ich tun, um mich vor einem Hackerangriff zu schützen?
  • Mit welchen Tools kann ich die Ladezeiten meiner Homepage optimieren?
  • Was für Plugins braucht meine WordPress Website unbedingt?
  • Woher bekomme ich ein SSL-Zertifikat?
  • Wie verknüpfe ich ein Buchungstool mit meiner im Unternehmen genutzten Software?
  • Auf welche Weise kann ich die Website bewerben und wie lassen sich die Google-Rankings verbessern?
  • Sollte ich einen Google MyBusiness Eintrag anlegen und wie binde ich Bewertungen auf meiner Website ein?
  • Welche E-Mail-Marketing Lösungen gibt es und wie funktionieren diese?
  • Macht es Sinn, Google Werbung zu schalten und wie erfahre ich, wie viele Nutzer aus welcher Kampagne zu echten Kunden werden?

Im Zweifel zur Agentur – oder doch zum Freelancer?

Dank Fiverr und Co findet man mittlerweile schnell für jede Anforderungen einen passenden Dienstleister. Und Freelancer machen in ihrem individuellen Fachbereich oft genauso gute Arbeit wie Agenturen. Schließlich bedienen sich auch Agenturen teilweise externer Dienstleister – wenn auch zu oft anderen Konditionen als bei Endkunden, wodurch die eigentliche über eine Agentur bezogene Leistung nicht zwingend teurer wird als beim Freelancer.

Außerdem: Wer sich als Webseitenbetreiber sämtliche Fragen von unterschiedlichen Leuten beantworten lässt, muss alles selber koordinieren, managen und planen. Ob diese Zeit neben dem normalen Geschäft bleibt und ob die Erfahrung ausreicht, genau die richtigen Leistungen “einzukaufen”, muss jeder für sich selbst beantworten.

Zentrale Verwaltung mit “rotem Faden”

Eine Agentur vereint hingegen mehrere Dinge “unter einem Dach”:

  • Beim Webdesign wird auch gleich ein Blick in Richtung nachhaltiges Branding, SEO, Nutzererfahrung und Conversion (Umwandlung von Nutzern in Kunden) geworfen. 
  • Content wird nicht einfach nur erstellt, sondern sinnvoll in der Gesamtstruktur einer Website implementiert. 
  • Externe Maßnahmen wie Werbekampagnen werden akquiriert, umgesetzt, getrackt, analysiert und entsprechend angepasst – und das immer in einem in sich stimmigen Gesamtkontext und in Abstimmung mit den Zielseiten (Landingpages).

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